Für den Central Park alleine sollte man einen Tag Zeit einplanen.
Der riesige Park wurde von den Landschaftsarchitekten Olmested und
Vaux geplant und sollte im Kontrast zu dem immer hektischer und größer
werdenden Manhattan stehen. Hier sollte Manhatten sein “ursprüngliches”
Gesicht zeigen können. 1873 wurde der Park eröffnet. Ein Ort der Ruhe
und Entspannung.
Hat man den Eingang des Parks im Süden erreicht, bieten verschiedene
Transportmittel ihre Dienste an. Beliebt sind die Fahrradtaxis und
natürlich die geschmückten Pferdekutschen.
Soweit ich informiert wurde, befördern einen die Transportmittel nur
in den südlichen Teil des Parkes - da wir einen ausgiebigen Spaziergang
geplant hatten, gingen wir zu Fuß.
Wir betraten den Park im Süden von der 59. Street Ecke 5th Ave. Von
dort liefen wir leicht mittig orientiert den Weg entlang Richtung
Norden. Vorbei an Gesteinsformationen, kleinen Brückchen und riesigen
Grünflächen, auf denen sich bereits die ersten Sonnenanbeter räkelten.
Wir hatten Glück im Mai, es war schönes Wetter, alles fing an zu blühen
oder blühte bereits. Uns bot sich ein farbenprächtiges Bild. Und
trotzdem, gerade hier am Anfang hat der Park etwas Irreales – man läuft
durch eine wunderschöne Natur und im Hintergrund erheben sich die hohen
Gebäude Manhattans. Sogar die Türme des World Trade Centers soll man von
hier gesehen haben.
Obwohl große Straßen parallel zum Park entlang führen, ist es im Park selber erstaunlich ruhig.
Wir erreichten “The Mall”. The Mall ist eine Allee, die direkt zur
“Bethesda Terrace” führt. Entlang der Allee stehen unzählige Bänke, auf
die man sich auch mal setzen sollte. Im Schatten zahlreicher Ulmen hat
man direkte Sicht auf die Leute, die vorbeigehen. Hier trifft man auf
andere Spaziergänger, Sportler, die vorbeihechten, Darsteller, Musiker,
Hundesitter, wie man sie aus dem Fernsehn kennt, mit fünf Leinen pro
Hand, skurrile Gestalten, die sich für Künstler halten und Brautpaare,
die sich für die Extrabeilage der Sunday Times fotografieren lassen. Die
kleine Pause lohnt sich, glauben Sie mir.
Wir bummelten weiter zur “Bethesda Terrace” mit “Fountain”. Ein
schöner Ort, mit großer Freitreppe und sehr reizvoll angelegten
Blumenbeeten.
Direkt dahinter kann man auch schon das “boat house” sehen, ein
Restaurant am See “The Lake” mit Terasse zum Wasser. Ein wirklich
idyllischer Ort, wären nicht an der Freitreppe fanatische – ich vermute
sehr reiche – Ehefrauen gewesen, die unter der Anleitung militärisch
schreiender personal trainer unzählige Male die Treppe hoch und runter
rannten.
Wir liefen weiter zum “boat house”. Hier konnten wir nicht hinein, da
offenbar gerade ein Film gedreht wurde. Soweit ich aber der Karte
entnehmen konnte, hat es recht moderate Preise. Und ein großes
Positivum: Die Toiletten können auch von außen betreten werden! Vor dem
“boat house” schaukeln Ruderboote im Wasser, daher nehme ich an, dass
man hier auch dieselbigen mieten kann.
Von hier machten wir einen kleinen Abstecher nach Osten, quasi im
rechten Winkel zum “boat house”. Man kommt auf direktem Wege zum
“conservatory water”, einem kleinen Teich. Hier ist das Mekka der
Modellbootliebhaber. Sie sind sich nicht sicher, ob sie die richtige
“Pfütze” gefunden haben, weil grad zufällig kein Modellboot zu sehen
ist? Halten Sie Ausschau nach den Statuen von “Alice im Wunderland” und
“Hans Christian Anderson mit seiner Ente”. Wenn Sie diese entdeckt
haben, dann sind Sie richtig!
Zurück am “boat house” wanderten wir weiter Richtung Norden bis zum
Obelisk, auch “Cleopatra’s Needle” genannt. Er war ein Geschenk
Ägyptens. Die Hieroglyphen darauf ehren die Taten von Tutmosis II.
Weiter ging’s Richtung Norden, bis wir das “Jacky Kennedy Onassis
Reservoir” erreichten. Hierbei handelt es sich um einen “See”, genauer
gesagt ein großes Trinkwasserreservoir, das nach ihrem Tod zu ihren
Ehren diesen Namen erhielt. Kreisrund angelegt ist das Reservoir ein Ort
der Sportler, ein Joggingpfad führt um das Reservoir herum. Wir
umrundeten ihn trotzdem, wenn auch im moderatem Schritttempo!
An dieser Stelle möchte ich noch eine Warnung ausgeben:
- Es wird nicht empfohlen, nördlicher als das Reservoir zu
wandern! Der Park geht noch ein bedeutendes Stückchen weiter, allerdings
wird es hier einsamer. Hier gilt der Park nicht mehr als sicher was
Gewalt und Überfälle angeht!
- Besuchen Sie den Park ausschließlich bei Tageslicht!
Sobald die Dämmerung einsetzt, verlassen Sie den Park! Das ist die Zeit
der zwielichtigen Gestalten und Dealer, denen sollten Sie nicht in die
Quere kommen!
Der Rückweg führte uns westlich des Reservoirs Richtung Süden. Wir
durchquerten “Shakespeare’s Garden”, eine gepflegte Gartenanlage bis zum
“Belvedere Castle”, von dem man eine herrliche Aussicht hat. Er wird
auch das “Märchenschloss” genannt. Hier erhält man auch nützliche
Hinweise über Flora und Fauna des Parkes (er enthält übrigens über 50%
sämtlicher Vogelarten, die es in den USA gibt! Und das in einer solchen
Großstadt!).
Wir liefen am Westufer des Sees “The Lake” entlang bis zu den
“Strawberry Fields”. Dieser Teil des Parkes wurde von Yoko Ono
finanziert, der Witwe John Lennons, und liegt gegenüber den “Dakota
Appartments”, in denen sie heute noch lebt und vor denen John Lennon von
einem verwirrten Fan erschossen wurde.
Ein schwarz-weißes Mosaik mit den Worten “Imagine” soll an John Lennon
erinnern. Dieses Wort stammt aus einem von ihm geschriebenen Textsong.
Von dort aus ging es weiter Richtung Süden, vorbei an einem
ehemaligen Schafsstall “Tavern of the Green”, der zu einem Restaurant
umgebaut wurde. Hier kann man essen oder an der Bar einen Drink
einnehmen.
Schließlich verließen wir den Park wieder am Südende am “Columbus Circle”.
Fazit: Ein wunderschönes Fleckchen Natur! Auf keinen Fall verpassen!
Sollte Ihnen der Spaziergang zu lang sein, können Sie jederzeit den Park
auch unterwegs verlassen. Überall führen kleine Wege rechtwinklig von
den Hauptwegen zurück zu den großen Straßen. So kann man den Park auch
“etappenweise” erkunden. Die sportlichen Leute unter uns werden sich
freuen zu hören, dass man hier auch Mountainbikes mieten kann und an
einer geführten Tour teilnehmen kann!
Und die Reihe über meinen Besuch in New York ist noch nicht beendet. Es geht noch weiter…